Corona

Am Sonntag, den 18. April 2021, wurde in der Berliner Gedächtniskirche ein Ökumenischer Gottesdienst zum Gedenken an die Verstorbenen und die Hinterbliebenen in der Corona-Pandemie gefeiert.

Dazu eingeladen hatten der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Dr. Heinrich Bedford-Strohm, und der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing, gemeinsam mit dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Erzpriester Radu Constantin Miron. Mitgewirkt haben die jüdische Kantorin Avital Gerstetter sowie Dr. Esnaf Begić, Vorsitzender des Islamkollegs Deutschland e. V.(IKDe. V.).

Hier können Sie ihn noch einmal anschauen und mitfeiern.

Lesen Sie hier eine Pressemitteilung im Rückblick auf den Gottesdienst:

 

 

Weihnachten
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Die Frage, ob und in welcher Weise Gottesdienste an Weihnachten und um den Jahreswechsel im Rahmen der notwendigen Sicherheitsvorkehrungen gefeiert werden können, hat die Kirchenvorstände sowie die Pfarrerinnen und Pfarrer in den vergangenen Wochen mehrfach beschäftigt und umgetrieben. Einerseits wollen wir niemanden nach draußen locken und gefährden, andererseits wollen wir für die da sein, denen ein gemeinsamer Gottesdienst wichtig und gerade in diesen Zeiten ein Trost ist.

In den Gremien wurden die Sicherheitskonzepte noch einmal überprüft. In manchen Gemeinden hat man inzwischen entschieden, auf Präsenzgottesdienste zu verzichten, in anderen finden sie wie geplant statt.

Eine Übersicht der Gottesdienste finden Sie hier.

Der Besuch der Gottesdienste am Hl. Abend ist nur nach vorherige Anmeldung in den Pfarrämtern möglich. Dies soll verhindern, dass die Höchstzahl der Teilnehmenden überschritten wird. Bei allen Gottesdiensten besteht nach wie vor die Pflicht, einen Mund-Nase-Schutz zu tragen und die Abstände zueinander einzuhalten.

Wir gehen davon aus, dass viele am Hl. Abend zuhause bleiben und verweisen gerne auf die verschiedenen Gottesdienstformate im Fernsehen und im Radio. Eine Übersicht finden Sie hier.

Wenn Sie als Familie eine kleine Weihnachtsandacht zuhause feiern möchten, finden Sie hier einen Ablauf mit Liedern, Geschichten und Gebeten zum Download.

Die Kirchen werden über die Feiertage für das stille Gebet tagsüber geöffnet sein. Dort finden Sie Predigten oder Andachten für zuhause ausgelegt. Auf den Homepages der Kirchengemeinden werden Predigten und Hinweise auf Video-Gottesdienste eingestellt.

Am Hl. Abend laden wir dazu ein, um 20 Uhr von den Balkonen und vor den Häusern gemeinsam „Stille Nacht“ zu singen. Außerdem schließen wir uns der ökumenischen Aktion „Hoffnungsläuten“ an und lassen um 22 Uhr die Kirchenglocken läuten. Gerade in dieser schwierigen Zeit der Pandemie wollen wir gemeinsam ein Zeichen der Hoffnung setzen: Christus ist geboren.  

Wir werden die Pandemieentwicklung in unserem Landkreis im Blick behalten und bitten um Verständnis, wenn wir kurzfristig Gottesdienste absagen müssen. Ab einem Inzidenzwert von 300 sollen definitiv keine Präsenzgottesdienste mehr gefeiert werden.

Wir hoffen, dass Sie für sich die Form finden, die Ihnen an diesem Weihnachtsfest guttut. Seien Sie gewiss, dass Gott zu uns allen Wege findet, ob wir nun gemeinsam Gottesdienst feiern oder nicht.

Wir wünschen Ihnen ein gesegnetes Weihnachtsfest. Bleiben Sie behütet und getrost!

Im Namen des Pfarrkapitels

Dekanin Kerstin Baderschneider

Liebe Gemeindeglieder unserer Kirchengemeinden,

sehr geehrte Damen und Herren,

die Inzidenzen sind im Verlaufe des Herbstes wieder angestiegen, die "Krankenhaus-Ampel" steht auf rot. Die bayerische Staatskanzlei hat eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen angekündigt. In unseren Kirchengemeinden wird man in den nächsten Wochen auf der Basis der aktuellen Situation entscheiden, was wir beibehalten können und worauf wir im Moment verzichten müssen.

- Weiterhin feiern wir unter Beachtung der Sicherheitsbestimmungen Gottesdienste. Wenn der Abstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, sollen die Anwesenden eine FFP2-Maske tragen. Bitte beachten Sie die aktuellen Bestimmungen sowie die örtlichen Vorgaben. Es kann sein, dass für einzelne Gottesdienste z.B. ein 3G-Nachweis erforderlich ist. 

- Für Kulturveranstaltungen, z.B. Konzerte, gilt derzeit G2+.

- Selbstverständlich sind wir als Seelsorger*innen weiterhin für Sie da, zum Zuhören und Beten, aber auch wenn Sie praktische Hilfe benötigen. Bitte wenden Sie sich telefonisch oder per Mail an Ihr Ortspfarramt oder an die Bereitschaftsnummer des Dekanats unter: 0151 5232381.

- In der Klinik Kitzinger Land kümmert sich die Klinikseelsorgerin Frau Oestemer um Menschen, die Gesprächsbedarf haben oder im Sterben liegen. Sollte der Besuch des Gemeindepfarrers bzw. der Gemeindepfarrerin gewünscht werden, wenden Sie sich bitte direkt an Ihr Ortspfarramt.

- Viele unserer Kirchen sind auch unter der Woche für Sie geöffnet. Sie sind bergende Orte, um zur Ruhe zu kommen, eine Kerze anzuzünden und Dank und Sorgen vor Gott zu bringen.

- Für Gruppentreffen sowie kulturelle Veranstaltungen in Gemeindehäusern ist ein Hygienekonzept erforderlich, um die Ansteckungsgefahr zu minimieren.  Derzeit (Stand November 2021) sind alle Gemeindeveranstaltungen ausgesetzt.

- Beerdigungen können in kleinem Kreis - abhängig von der Größe der Kirche/der Trauerhalle - stattfinden.

- Taufen, Konfirmationen und Trauungen werden im Rahmen der Sicherheitsauflagen gefeiert. Bitte sprechen Sie mit Ihrer Pfarrerin/Ihrem Pfarrer.

- Für die Kindertagesstätten und Pflegeeinrichtungen gelten die staatlichen Regelungen in Bayern. Aktuelles finden Sie auch auf der Homepage des Gesundheitsministeriums: 

https://www.stmgp.bayern.de/coronavirus/

https://www.evkita-bayern.de/

Ich hoffe, dass wir weiterhin gut durch diese Situation kommen und dass wir solidarisch miteinander bleiben.

Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit. (2 Tim 1,7)

Ihre Dekanin

Kerstin Baderschneider

 

Aktualisiert am 19.11.2021

 

Hier lesen Sie die Empfehlungen und Informationen der Landeskirche:

https://corona.bayern-evangelisch.de/Empfehlung.php

Und hier eine Pressemeldung unseres Landesbischofs und EKD-Ratsvorsitzenden Dr. Heinrich Bedford-Strohm:

https://www.ekd.de/wort-des-rv-ekd-bedford-strohm-corona-53958.htm

 

 

Pfingsten, das ist ein Wechselbad der Gefühle. Mutlos, enttäuscht, verzweifelt, so zeigt sich das Bild der ersten Christen vor 2000 Jahren. Die Kreuzigung Jesu durch die Römer ist zur Bedrohung auch für ihr Leben geworden. Verständlicher Weise verschanzen sich hinter dicken Mauern und verlassen kaum noch das Haus.

Und dann kommt Pfingsten. Es weht ein kräftiger Wind. Der Heilige Geist, der nicht nur Fenster und Türen zu öffnen vermag, erfüllt sie mit ganz neuer und wundersamer Energie.

Die ersten Christen werden mutig, trauen sich wieder hinaus und erzählen voller Begeisterung von Jesus. Wie er Kranke geheilt und Verzweifelte getröstet hat. Wie er sich eingesetzt hat für die, die gesellschaftlich an den Rand gedrängt waren. Wie durch ihn auch ihr Glaube an Gott gewachsen ist. Voller Inspiration  entdecken sie: Menschlichkeit, Gemeinschaft, Hoffnung und Vertrauen auf Gott sind größer als alle Ungewissheit.

Auch die Zeit einer Pandemie ist ein Wechselbad der Gefühle. Da gab es zu Beginn den ersten Schock und manche Panik. Kein Wunder, dass die meisten von uns erst einmal einkaufen gegangen sind. Viele haben schlecht geschlafen, haben sich ohnmächtig und ausgeliefert gefühlt. Es gab bange Momente, Geduldsproben und Phasen der Angst. Aber irgendwann gab es auch ein leichtes Aufatmen, eine gewisse Routine im achtsamen Umgang miteinander.

Noch ist nicht alles überwunden, aber uns Menschen ist die Fähigkeit gegeben über uns hinauszuwachsen, Schwierigkeiten zu meistern, Veränderung zu gestalten und anderen in Not zu helfen. Pfingsten ermutigt zur Zuversicht. Jesus sendet den Geist der Hoffnung, der Kraft und der tätigen Nächstenliebe. Aus Mutlosen werden Engagierte, Verzweifelte wagen neue Wege und Traurigen eröffnet sich neuer Gestaltungsraum. In dieser Erwartung, dass Gott geben wird, was wir zum Leben brauchen, gehen wir auf das Pfingstfest zu. Der Heilige Geist wird Mittel finden uns zu berühren, Energie zu schöpfen und das Leben neu zu bestehen.

Jacqueline Barraud-Volk

Pfarrerin in Marktbreit, außerdem im Schuldienst im Egbert Gymnasium der Abtei Münsterschwarzach sowie Rundfunkpredigerin im Bayerischen Rundfunk

 

erschienen am 29.5.2020 in: Mainpost Kitzingen

Schwimmend durch die Krise 

„Wem das Wasser bis zum Hals steht, der sollte den Kopf nicht hängen lassen“ – sondern anfangen zu schwimmen. Dann macht er die Erfahrung, dass das Wasser ihn trägt und er in der Krise nicht untergeht. Die Corona-Krise erschüttert im Moment unser Land. Niemand weiß, wie wir durch diese Krise kommen. Viele blicken mit Sorge auf ihre Zukunft. Hilflosigkeit macht sich breit. Die Enge der eigenen Wohnung wird als belastend empfunden.  Viele sind durch Homeschooling und Homeoffice überfordert. Und kein Ende abzusehen. Die Krise dauert an, der Wasserpegel steigt. Doch: „Leben heißt nicht zu warten bis der Sturm vorbeizieht, sondern zu lernen im Regen zu tanzen.“

„Zuversicht – 7 Wochen ohne Pessimismus“ so hieß die Fastenaktion der Evang. Kirche in der Passionszeit 2020. Ostern ist zwar vorbei, das Thema aber umso aktueller. Kommen wir schwimmend – mit Zuversicht- durch die Krise oder zieht uns der Pessimismus runter?  Zuversicht beflügelt zu mutigem Handeln, lässt aufatmen, setzt Energie frei und trägt uns durch Krisen. Manchmal genügt eine kleine Änderung der Blickrichtung. Ja, das Glas ist halbvoll. Die Kraft des Optimismus, eine positive Lebenseinstellung, das Vertrauen in die Zukunft lässt  Dinge in einem neuen Licht erscheinen. 

Viele ließen den Kopf nicht hängen und engagierten sich, zeigten Solidarität und Menschlichkeit,  begeisterten mit kreativen Innovationen, entdeckten  neue  Kommunikationsformen.  freuten sich über die geschenkte Zeit, und entdeckten, dass alle Menschen wichtig und „systemrelevant“ sind. 

Christen fühlen sich von Gott getragen, wissen sich in Gottes Hand geborgen und erfahren selbst im Angesicht von Tod und Trauer Trost und Zuversicht. Der alte Vers „Und ob ich schon wanderte im finsteren Tal, fürchte ich kein Unglück. Denn du Gott bist bei mir.“ lässt mich zuversichtlich jeden Tag dankbar als Geschenk annehmen und mich daran erfreuen.

Und nicht vergessen: Kopf hoch :-) 

Klaus Raab, Dekanatsjugendreferent

 

erschienen am 11.5.2020 in: Mainpost Kitzingen

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Singt dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder.
- Wochenspruch für den Sonntag Kantate -

Es tut gut, physisch zusammen zu kommen, im vertrauten Kirchenraum gemeinsam zu beten, Gemeinschaft zu spüren und Gottes Wort zu hören. Jedoch ist die Situation noch alles andere als normal, so dass wir unsere Sicherheitsmaßnahmen der je aktuellen Situation anpassen werden.

Weiterhin gilt für die Feier der Gottesdienste: zwischen den Teilnehmenden muss 1,5 m Abstand gewährleistet sein, während des Gottesdienstes ist das Tragen einer FFP2-Maske verpflichtend. Ggf. sieht das Hygienekonzept mancher Gemeinden weitere Regeln vor, z.B. ein 3G-Nachweis. Bitte informieren Sie sich beim entsprechenden Pfarramt oder auf der Homepage.

In der Advents- und Weihnachtszeit können Sie sich einen täglichen Andachtsimpuls zu sich nach Hause holen: Per Telefon unter 09321-2649349 oder unter www.kitzingen-evangelisch.de

Kommen Sie weiterhin gut durch diese Zeit!

Kerstin Baderschneider, Dekanin

 

Aktualisiert am 28. 5.2021

 
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Mit langem Atem lebt sich`s gut

Der Atem ist - wie der Herzschlag – ein Grundrhythmus unseres Lebens. Was immer wir tun, bei Tag und bei Nacht, solange wir leben: Wir atmen. Wenn wir uns körperlich anstrengen oder aufgeregt sind, geht er schneller, manchmal ringt man nach Atem, dann geht er wieder ruhig dahin. Eine Grundübung der Meditation ist, mich dem Fluss meines Atems zu überlassen, wahrzunehmen, wie er ein- und ausströmt, wie von selbst. Aber auch bei sportlichen Aktivitäten, beim Wandern oder Joggen, ist es wichtig, seinen Atemrhythmus zu finden. Es macht keinen Sinn, eine Strecke so anzugehen, dass man nach einiger Zeit völlig aus der Puste ist.

Ein langer Atem steht sprichwörtlich für Gelassenheit. Wer einen langen Atem hat, gerät bei einer herausfordernden Situation nicht gleich in Aufregung und lässt sich nicht erdrücken von einem Berg von Aufgaben. Ein langer Atem ist auch gefragt in der Beziehung zu meinen Mitmenschen, wenn ich die Liebe durchhalte, auch wenn die Nerven blank liegen. Dann kann auch mal ein Seufzer Ausdruck des langen Atems sein.

Solchen langen Atem brauchen wir in der derzeitigen Lage besonders. Seit 7 Wochen ist vieles anders, und wir begreifen: Wir werden noch lange mit der Pandemie leben. Ein langer Atem hilft, dass wir uns nicht verrückt machen und ängstigen lassen, sondern geduldig und gelassen mit der Situation umgehen.

Wenn einer einen langen Atem hat, dann ist das Gott. Sein großer Atem strömt durch die Welt mit Frühling und Herbst, Frost und Hitze, Tag und Nacht. Wenn ich mir vorstelle, was Gott so mit uns Menschen erlebt, braucht er diesen langen Atem besonders. Es ist der lebensschaffende Schöpfergeist, voll Güte und Trost. Und manchmal, glaube ich, kann auch ich ihn spüren: Wenn ich irgendwo in der Natur unterwegs bin, zu Fuß oder mit dem Fahrrad ein gewundenes Tälchen entlang: Der Bach gluckst, die Sonne scheint durch das zarte Grün der Bäume, die Vögel zwitschern um die Wette – da ist alles gut, und Corona ist weit weg. Da kann auch ich aufatmen, da strömen Zuversicht und Lebensfreude zurück.

Bleiben Sie gesund und behütet!

Matthias Wagner, Pfarrer in Segnitz

 

erschienen am 4.5.2020 in: Mainpost Kitzingen

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Wir freuen uns, dass nach Beschluss des bayerischen Kabinetts vom 28. April ab dem Sonntag Kantate, 10. Mai, gemeinsame Gottesdienstfeiern in den Kirchen grundsätzlich wieder möglich sein werden. Jedoch müssen dabei die notwendigen Sicherheitsauflagen beachtet werden. In diesen Tagen prüfen die Kirchenvorstände, ob ihr Kirchengebäude sich unter diesen Vorgaben derzeit für die Feier der Gottesdienste eignet: Zwischen den Gottesdienstbesuchenden muss 2 Meter Sitzabstand eingehalten werden, die Emporen sind nur eingeschränkt benutzbar, zwischen Liturg*in und Gemeinde muss ein Sicherheitsabstand von mindestens 6 Metern sein, wenn diese*r ohne Mund-Nase-Bedeckung spricht. Wenn alle Bestimmungen erfüllt werden können, muss der Kirchenvorstand ein Sicherheitskonzept beschließen. in den nächsten Tagen geben wir Ihnen Bescheid, wie wir gottesdienstliches Leben in den kommenden Wochen gestalten können. Die bisherigen Angebote wie Predigten zum Mitnehmen in der Kirche oder Audio- bzw. Videoformate auf den Homepages wird es weiterhin geben. Auch auf diese Weise können wir geistliche Stärkung bekommen.

Hier finden Sie Informationen dazu: https://corona.bayern-evangelisch.de/Empfehlung.php

Und hier eine kurze Zusammenstellung der Rahmenbedingungen: https://www.sonntagsblatt.de/gottesdienst-corona-regeln-beachten-schutz…

Bleiben Sie behütet!

Ihre Dekanin

Kerstin Baderschneider

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"Stille Woche“ – so wird die Karwoche zwischen Palmsonntag und Karsamstag in der evangelischen Kirche auch genannt, deshalb, weil es an diesen Tagen um ernste Geschichten geht. Es geht um Einsamkeit, Schmerzen, um Angst und Tod. Aber es geht auch um Gemeinschaft, Hingabe, Liebe und Vergebung. In der Karwoche begleiten wir Jesus auf seinem Weg ans Kreuz. Jahr für Jahr vergegenwärtigen wir uns die biblische Heilsgeschichte, stellen Fragen, ahnen Antworten, lesen uns und unsere Lebensgeschichten in sie hinein, finden Selbsterkenntnis, Gedankenanstöße und Hoffnung.

In diesem Jahr ist alles anders als sonst. Gefühlt haben wir „stille Woche“ schon seit dem 16. März. Das Leben ist heruntergefahren. Nach und nach haben wir uns eingestellt auf neue Verhaltensweisen, auf Vorsichtsmaßnahmen, Arbeitsbedingungen und verändertes Sozialleben. Manche kommen gut damit zurecht. Für andere bedeutet das eine ungeheure Belastung, in vielerlei Hinsicht. Wir merken, dass uns Selbstverständlichkeiten fehlen: Der Händedruck zur Begrüßung, der Besuch bei der Mutter im Pflegeheim, die Geburtstagsfeier mit der Familie, der ganz normale Alltag, über den wir uns gerne mal aufregen. Und die Gottesdienste in den Kirchen. Besonders jetzt.

Und dann fällt mir auf, wie sich doch gerade jetzt unsere Erfahrung in der Geschichte Jesu wiederspiegelt, in diesen merkwürdigen „stillen Wochen“ dieses Frühjahrs. Da sind die Gründonnerstagserfahrungen: Menschen, die sich um andere liebevoll kümmern, die anderen die Füße waschen, die Haare kämmen, ihnen Essen einkaufen und für sie beten. Und die Karfreitagserfahrungen: Menschen, die einsam sind, isoliert, Schmerzensmänner und -frauen in der Intensivstation, Verzweifelte, die sehen wie die Rücklagen schwinden. So viele Kreuze, die getragen werden müssen. Und Karsamstag, der Tag zwischen der Schwere des Karfreitags und der tanzenden Osterfreude. So ein „Irgendwie Zwischendrin-Lebensgefühl“. Abwarten und sich abfinden mit der Situation. Wie es nach dem 19.4. weitergeht, weiß keiner.

Und Ostern?

„Es ist schon seltsam, dass Ostern heuer ausfällt“, schrieb mir vor einigen Tagen ein ehemaliger Gemeindepraktikant, der letztes Jahr um Ostern vier Wochen lang in unserer Gemeinde mitgearbeitet hatte. Ich teile seine Wehmut. Ich vermisse die Osternacht in der dunklen Kirche und den Einzug des Osterlichtes. Ich vermisse die jubelnden Orgelklänge, das Osterfrühstück nach dem Gottesdienst, die Kindergottesdienstkinder, die lachend und ausgelassen im Kirchgarten Schoko-Eier suchen und das Kaffeetrinken mit der Familie. So viele Traditionen fallen dieses Jahr aus. Aber: Ostern fällt deswegen nicht aus! Die Osterbotschaft ist längst Wirklichkeit.

An Ostern feiern wir eine weltbewegende und alles verwandelnde Geschichte. Jesus Christus ist auferstanden. Er hat den Tod besiegt, alle Dunkelheit, Sünde und Angst. Nichts kann uns von Gott trennen. Das Grab ist leer, der Stein weggerollt. Frauen, die zum Grab gekommen waren, finden das Leben, wo sie das Ende erwartet hatten. Ein Engel sagt: „Fürchtet euch nicht, er ist nicht hier, er ist auferstanden“. 

Beweisen kann man den Auferstehungsglauben nicht, aber seine Kraft erfahren. Es geht in der Bibel auch gar nicht um objektivierbare Beweise, sondern um Begegnungen mit dem Auferstandenen. Sie erzählt davon in vielen kleinen Geschichten: von Worten, die ins Herz treffen, von Zeichen, die seine Nähe erkennen lassen, von Lebenswenden und ungeahntem Mut. Deswegen ist Ostern auch die Vielzahl an unseren leisen und persönlichen Geschichten, in denen wir entdecken, dass in uns, die wir zu Christus gehören, das neue Leben bereits steckt. Auch in diesen Wochen. Aus schwerer Krankheit wieder gesund werden. Aus Panikgedanken zur Ruhe finden. Sich freuen an den bunten Blüten im Garten und am ansteckenden Lachen der Kinder. Augenblicke, in denen alles plötzlich ganz klar und wir ganz getrost werden. Die Gewissheit, dass Jesus Christus mit uns geht und uns durchträgt durch alles Dunkle hinein ins Licht.

Nein, Ostern fällt nicht aus. Wir feiern auch dieses Jahr Ostern, wenn auch anders als sonst. Vielleicht mit einem Fernsehgottesdienst oder einem Live-Stream der eigenen Kirchengemeinde. Mit Ostersteinen, bunt verziert, die im Ort verteilt werden. Mit einer kleinen Andacht in der Familie, bei der man mit Legosteinen die Geschichte nachspielt und man fröhliche Lieder singt. Mit Glockenläuten und einem „Osterflashmob“, bei dem mit Posaunen, Flöten, Gitarren und Stimmen ein Osterlied von den Balkonen erklingt.

Wenn morgen Ostersonntag ist, dann lassen Sie uns gerade in diesem Jahr bewusst an das denken, was uns persönlich Hoffnung und Kraft gegeben hat, bis hierher. Und lassen Sie uns – zaghaft oder beschwingt - in den Osterjubel hineinsingen: Er ist erstanden, halleluja. Lasst uns lobsingen vor unserem Gott, der uns erlöst hat vom ewigen Tod. Sünd ist vergeben, halleluja. Jesus bringt Leben, halleluja.

Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Osterfest! Bleiben Sie behütet und getrost!

Ihre Dekanin

Kerstin Baderschneider

 

Bildrechte: beim Autor

„Alle“

„Alle“ – das bedeutet das griechische Wörtlein „pan“. Daher der Name „Pan-Demie“. Die Krise trifft alle: Ein Virus geht hin in alle Welt, und alle Völker werden zu Betroffenen. Alle Bereiche unseres Leben sind berührt. Alles konzentriert sich aufs Leben und Überleben. Mancher bangt um seine Existenz. Viele sind hilflos, manche verzweifelt, einige wütend, nicht wenige verängstigt. Alle warten auf die befreiende Botschaft, dass die schwere Zeit zu ihrem Ende kommt.

Alle Tage läuten unsere Kirchenglocken. Sie sind überall zu hören. Sie sind ein Aufruf zum Gebet. Das Gebet ersetzt keine Tat, aber es ist eine Tat die durch nichts ersetzt werden kann. Wir wissen nicht mehr, wie wir beten können? Uns fehlen die Worte? Gott versteht die Sprache unseres Herzen. Und: das Vaterunser ist das Gebet Jesu, das er der ganzen Welt schenkt. Fehlt uns das Verständnis dafür? Ist Gott uns fremd geworden? Haben wir Abstand von ihm genommen, finden wir den Weg nicht zurück? Jesus geht nicht auf Distanz; er lädt ein: „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid!“ (Mt.18)

Gestern hat die Karwoche begonnen. Den Weg in das Leiden bis zum Kreuz geht Jesus für uns alle. Golgatha führt ihn in die Isolation und Verzweiflung. Von Menschen verraten und verkauft, dem Unrecht ausgeliefert, durchlebt Jesus die tiefste Einsamkeit. Aber sein Ruf ergeht an alle: „Es ist vollbracht!“ (Joh.19) - Für alle, die an ihre Grenzen gekommen sind; für alle, die keine Ruhe finden; für alle, die schuldig geworden sind - für sie alle gibt es neuen Frieden. Und für alle, die die Not umtreibt, gilt: „Alle eure Sorge werft auf Ihn…“ (1.Petr.5)

Der Ostersonntag liegt noch vor uns. Da kommt die die entscheidende Wende: „Christ ist erstanden von der Marter alle, des solln wir alle froh sein…“ (EG 99). Dieses Osterlied hat Menschen in früheren Zeiten durch viele Epidemien geleitet. Am Ostermorgen begegnen Frauen dem auferstandenen Jesus. Not und Tod sind überwunden. Die Freude darüber ist ansteckend. Die befreiende Botschaft geht hinaus in alle Welt, zu allen Völkern, und zeigt: Diese Krise findet ein Ende. Gott schenkt neues Leben, Christus bringt Frieden. Es gibt Hoffnung für unsere Welt.

Pfarrer Michael Bausenwein, stv. Dekan und Pfarrer der Evangelischen Friedenskirche, Kitzingen-Siedlung

 

erschienen in: Mainpost am 6.4.2020