Orgel

 

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Miriam Jurkat (Kitzingen) und Hanna Langmann (Castell) haben kürzlich erfolgreich die D-Prüfung im Orgelspiel abgelegt. Die Ausbildung lag in den Händen von Dekanatskantor Martin Blaufelder bzw. Kirchenmusikdirektor Reiner Gaar. Schön, dass immer wiede junge Menschen Freude am Orgelspiel haben. Übrigens sind Organisten in vielen Gemeinden gesucht. 

 

Unser Bild zeigt v.l. Dekanatskantor Martin Blaufelder, Hanna Langmann, Miriam Jurkat, Kirchenmusikdirektor Reiner Gahr,  Prüfungsbeauftragter für Kirchenmusik im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg und Dekan Hanspeter Kern vor der Chororgel in der Stadtkirche. 

 

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Die Orgelprüfung in „D“ legte kürzlich Frau Lily Büttner in der Stadtkirche erfolgreich ab.  Die junge Organistin aus Sickershausen erlernte  zunächst das Klavierspiel und wurde dann von den Dekanatskantoren Carl Friedrich Meyer und Martin Blaufelder in drei Jahren im Orgelspiel ausgebildet. Inzwischen spielt sie selbständig Gottesdienste. Die Prüfung leitete der Prüfungsbeauftragte für Kirchenmusik im Kirchenkreis Ansbach-Würzburg, Kirchenmusikdirektor  Reiner Gaar aus Buchbrunn, als Beisitzer wirkte Pfarrer Stier mit.

Die „D“-Prüfung setzt sich aus den Fächern Harmonielehre, Liturgie sowie Theorie und Praxis im Orgelspiel zusammen und kann von Organisten abgelegt werden, die das Orgelspiel ohne Studium in einer kirchlichen Musikhochschule praxisbegleitend vor Ort erlernen. Sie qualifiziert zum Spielen in allen Gottesdiensten.  Voraussetzung für die ein- bis zweijährige Ausbildung sind Kenntnisse im Klavierspiel oder in einem anderen Tasteninstrument. Ziel der Ausbildung ist die Übernahme von Orgeldiensten in Gottesdiensten.

Bild: Lily Büttner und Dekanatskantor Martin Blaufelder Foto: Hp Kern
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Aufgewachsen bin ich im mittelfränkischen Wilhelmsdorf. Schon mein Großvater hätte das Talent gehabt Musik zu studieren, jedoch ist es ihm nicht vergönnt worden, da meine Großeltern Landwirtschaft betrieben. Ich stamme aus einem sehr musikalischen Elternhaus. Von meinem Vater habe ich die tiefe und sonore Stimme geerbt. Mutter, Vater und Geschwister singen alle in Wilhelmsdorfer Chören.

Als ich 10 Jahre alt war, überlistete mich mein Vater und wir fuhren nach Windsbach zum Eignungstest für den Knabenchor. Prompt habe ich die Aufnahmeprüfung bestanden und war somit 8 Jahre lang Sänger im Windsbacher Knabenchor. Nach der Mittleren Reife traf ich die Entscheidung auf die Berufsfachschule für Musik nach Dinkelsbühl zu gehen, um mich für ein Musikstudium fit zu machen. (Während dieser Zeit wohnte und sang ich noch im Knabenchor). Ein Jahr später studierte ich schon Gesang am Hermann Zilcher Konservatorium Würzburg, später dann an der Musikhochschule.

Da ich schon mit 22 Jahren das Studium abschloss, habe ich mich entschieden nach dem Zivildienst ein zweites Studium dranzuhängen. Die Kombination Gesang und Kirchenmusik schien mir sehr Interessant. Nun verschlug es mich nach Bayreuth an die Hochschule für ev. Kirchenmusik. Ich habe dort zuerst B-Prüfung und danach die kirchenmusikalische A-Prüfung absolviert.

Nach dieser Zeit hatte ich das große Glück gleich die Stelle als Dekanatskantor in Uffenheim zu bekommen. (Erst 4 Monate als Projektstelle, dann ab Januar 2011 als ordentlicher Dekanatskantor.) In Uffenheim konnte ich mich wunderbar ausprobieren. Ich habe gemerkt, dass die Arbeit mit Chören mir besonders am Herzen liegt. Es wurden in den letzten 3 Jahren verschiedene Kantaten, die „Schöpfung“ von Josef Haydn, das Weihnachtsoratorium von Bach, eine Jazz-Messe und eine moderne Uraufführung zu Gehör gebracht. Mein letztes großes Konzert in Uffenheim war das Weihnachtsoratorium, welches ein sehr großer Erfolg war.

Am wohlsten fühle ich mich bei der romantischen Musik. (Brahms, Mendelssohn, Schubert...) jedoch habe ich auch eine große Vorliebe für modern angehauchte Kirchenmusik (Rutter, Chilcott, Michel etc.). Mein Lieblingsinstrument ist die Stimme. (Kann man überall mitnehmen. Und mit der richtigen Technik sogar ein ganzes Orchester darstellen). Nachdem ich nun meine ersten Gottesdienste hinter mich gebracht habe, freut es mich sehr, dass ich so offenherzig begrüßt und aufgenommen wurde. Ich finde es sehr beruhigend, dass mir die Zeit gegeben wird, mich einzuarbeiten, da ich ja ein sehr schweres Erbe angetreten habe.

Da ich auch Gesangslehrer bin, freut es mich sehr, auch stimmtechnisch mit den Chören zu arbeiten. 

Ihr Martin Blaufelder

Einführungsgottesdienst 23.2.2014 9:30 Uhr Evangelische Stadtkirche Kitzingen

Die D-Prüfung im Orgelspiel legte kürzlich Jonas Schneider aus Buchbrunn in der Stadtkirche in Kitzingen ab. Unter dem Vorsitz des Kirchenkreis-Prüfungsbeauftragten der Landeskirche, Herr KMD Christoph Emanuel Seitz aus Aschaffenburg bewies Jonas Schneider sein Können und bestand die nicht leichte Prüfung, die aus einem Theorieteil und dem praktischem gottesdienstlichen Spiel mit Vorspielen, Begleitung, Liturgie und freien Stücken bestand.

Den Orgelunterricht erhielt er bei Kantor Carl Friedrich Meyer.

Wir gratulieren Jonas Schneider sehr herzlich zur bestandenen Prüfung!

Anschließend stellten wir den Beteiligten noch ein paar Fragen:

Herr Schneider, was machen Sie, wenn Sie nicht Orgel spielen?

Ich studiere im 3. Semester Wirtschaftsmathematik in Würzburg.

Wir lange spielen Sie schon?

Mit dem Klavierspiel habe ich schon in der ersten Klasse Grundschule begonnen. Orgel lerne ich jetzt seit 5 Jahren.

Wer gab den Anstoß, das Orgelspiel zu erlernen?

Ich wollte eigentlich schon immer Orgel spielen, deshalb habe ich auch Klavierspielen gelernt.

Wie ging‘s beim allerersten Spiel in einem Gottesdienst?

Ich war damals total aufgeregt. Das war viel schlimmer als heute bei der D-Prüfung.

Haben Sie schon öfters im Gottesdienst gespielt?

Ja, in Buchbrunn  und Repperndorf, im Krankenhaus und in den Altenheimen.

Was bewegt einen jungen Menschen dazu, das Orgelspiel zu erlernen und dann im Gottesdienst zu spielen?

Bei mir war der Wunsch schon immer da, solange ich weiß. Da gab’s keinen besonderen Anstoß.

Wann kann man Jonas Schneider wieder hören?

Der nächste Gottesdienst, den ich spiele, ist am 26. Januar 2014 in Buchbrunn.

 

Fragen an KMD Christoph Emanuel Seitz:

Wieviele D-Prüfungen sind das im Jahr?

S: Ich prüfe ja die Prüflinge im ganzen Kirchenkreis Ansbach-Würzburg, also von Feuchtwangen, Dinkelsbühl und Wassertrüdingen bis Aschaffenburg und Bad Neustadt. Hier sind es etwa zehn pro Jahr.

Wie lange machen Sie das schon?

Dieses Amt des Prüfungs-Beauftragten wechselt, man hat es jeweils für sechs Jahre inne.

Meine Zeit als Prüfungs-Beauftragter läuft jetzt aus, im Januar wird es Herr KMD Rainer Gaar aus Buchbrunn übernehmen. Er ist Dekanatskantor im Dekanat Castell.

Sie sind froh?

Natürlich ist es eine zusätzliche Aufgabe, aber es ist eine sehr schöne Aufgabe. Ich freue mich über unseren eigentlich immer sehr engagierten Orgelnachwuchs. Zudem ergeben sich durch die Prüfungen schöne Kontakte und ein reger Austausch unter den Kollegen im Kirchenkreis.

Die kirchenkreisweite Betreuung dieser Aufgabe sorgt für einen gleichen Level bei den Anforderungen und bei der Benotung.

Was hat man von einer D-Prüfung?

Nun, es ist eine klare Qualifikation, wie anderswo auch jede Prüfung einen gewissen Leistungsstand belegt.

Die D-Prüfung ist natürlich eine persönliche Bestätigung für den Organisten, dass sich sein Aufwand und sein Üben gelohnt hat und er etwas kann. Kirchengemeinden können sich darauf verlassen, dass er den Gottesdienst begleiten kann. Nicht zuletzt ist die D-prüfung ein wichtiger Meilenstein in der Ausbildung.

Und auch das sei erwähnt: Mit der bestandenen D-Prüfung steigt auch die Vergütung für das Orgelspiel. Das ist auch ein finanzieller Anreiz.

Inzwischen gibt es ja auch in anderen Fächern die D-Prüfung?

Ja, traditionell gab es diese Prüfung nur im Orgelspiel. Heute kann man sie auch in folgenden Fächern ablegen: Chorleitung, Kinderchorleitung, Bandleitung, Gospelchorleitung, Posaunenchorleitung, Gitarrespiel zur Gottesdienstbegleitung.

 

Fragen an Dekanatskantor Carl Friedrich Meyer:

Herr Meyer, als Dekanatskantor bilden Sie unsere Jung-Organisten aus. Wieviele Orgelschüler haben Sie derzeit?

Derzeit nehmen 8 Schülerinnen und Schüler bei mir Orgelunterricht.

Sie werden uns zum Jahreswechsel verlassen. Wie geht es weiter?

Auch mein Nachfolger wird, wenn von ihnen gewünscht, die Schülerinnen und Schüler weiter ausbilden. Dies gehört zum Dienstauftrag eines jeden Dekanatskantors.

Eine letzte Frage: D-Prüfung, was bedeutet das?

Mancher spielt auch ohne jede Prüfung Orgel. Das bedeutet aber auch, ohne die gründliche und umfassende Ausbildung, die den Umgang mit der Orgel, die vielfältigen Liturgiestücke und die vielfältigen Variationsmöglichkeiten beinhaltet und ohne einen Lehrer, der auch auf Fehler und unschöne Angewohnheiten hinweist und viele weitere wichtige Infos gibt.

Die D-prüfung ist die niedrigste Hürde. Es gibt dann als nächsten Schritt die C-Prüfung, die künftig auch zuhause berufs- bzw. schulbegleitend erworben werden kann. Die B- und A-Prüfung setzt dann ein Vollzeitstudium voraus.

Und eine allerletzte Frage: Hat denn nicht jede Gemeinde schon ihren Organisten?

Nun, die meisten Gemeinden natürlich glücklicherweise schon. Aber es werden immer wieder, manchmal sogar dringend, Organisten gesucht. Auch Organisten mit einem festen Dienstvertrag haben ja gelegentlich frei oder sind verhindert. Manche Gemeinde muss immer wieder neu suchen. Also: Organisten sind gesucht! Übrigens eine sehr schöne Aufgabe!

Die Fragen stellte: Dekan Hanspeter Kern