Wort für die Woche - Archiv

Im Zeitraum von Ende März bis Pfingsten - im Zeitraum des Lockdowns aufgrund der Corona-Krise - erschien wöchentlich in der Mainpost ein kurzes "Wort für die Woche". Hier können Sie diese noch einmal nachlesen.

„Ich drück dir die Daumen!“, sage ich zu Lisa. Lisa steht am Fahrradständer und macht sich auf dem Weg zu ihrer Abiturprüfung. Sie runzelt die Stirn und schnauzt mich an: „Was heißt denn das? Du drückst mir die Daumen?“  Bei Lisa liegen die Nerven blank. Homeschooling, selbstständig arbeiten ohne Klassengemeinschaft, Lerngruppe per Videokonferenz - das war hart für sie. Richtig erleichtert war sie, als die Abiturvorbereitung wieder analog in der Schule stattfand.
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Mit langem Atem lebt sich`s gut Der Atem ist - wie der Herzschlag – ein Grundrhythmus unseres Lebens. Was immer wir tun, bei Tag und bei Nacht, solange wir leben: Wir atmen. Wenn wir uns körperlich anstrengen oder aufgeregt sind, geht er schneller, manchmal ringt man nach Atem, dann geht er wieder ruhig dahin. Eine Grundübung der Meditation ist, mich dem Fluss meines Atems zu überlassen, wahrzunehmen, wie er ein- und ausströmt, wie von selbst. Aber auch bei sportlichen Aktivitäten, beim Wandern oder Joggen, ist es wichtig, seinen Atemrhythmus zu finden. Es macht keinen Sinn, eine Strecke so anzugehen, dass man nach einiger Zeit völlig aus der Puste ist.
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Ideen entwickeln – Spaß finden – Gutes tun  Du schneidest dir selbst die Haare, stellst vorher-nachher-Bilder ins Netz und lachst mit anderen, die die gleichen Probleme haben. Das gesparte Geld spendest du für Menschen, die jetzt besonders in Not sind, – das fühlt sich richtig gut an! #haircutchallenge ist eine der unfassbar vielen Ideen, die in der Krise entstanden sind. Da werden Einkäufe für ältere Menschen organisiert, gemeinsam digital musiziert und gebetet, jemand hängt eine Klopapierrolle am Schmuckband an seine Haustür für „Bedürftige“; und kaum war der Mangel an Schutzausrüstung klar, gab es schon ein Netzwerk von Informatikern, die Folien im Baumarkt besorgen und im 3-D-Drucker Atemschutze für Kliniken herstellten.
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„Das war eine richtige Fastenzeit!“, meinte neulich meine 8 jährige Nichte zu mir am Telefon. „Wie meinst du das?“, frage ich sie. „Man merkt jetzt, was wirklich wichtig ist im Leben. Unterricht zum Beispiel. Früher fand ich die Schule doof. Hausaufgaben sowieso. Aber jetzt fehlt sie mir richtig.“ Leise flüstert sie ins Telefon. „Mama gibt sich alle Mühe beim Hausaufgaben erklären. Aber das kann meine Lehrerin viel besser.“