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Lesung
Bildrechte Rudi Stadtel

Am 25. Oktober füllte sich der Raum bei der Kooperationsveranstaltung der Ortsgruppe, des Kitzinger Dekanats und der Evangelischen Erwachsenenbildung Frankenforum e.V. mit gespannter Aufmerksamkeit: Birgit Mattausch las aus ihrem ersten Buch „Bis wir Wald werden“.

Die Autorin, mehrere Jahre Pfarrerin in einem Stadtteil mit vielen Menschen aus der ehemaligen Sowjetunion, erzählt von Begegnungen, die sie tief berührt haben: „Ich wusste zunächst nichts über ihre Geschichten. Nach und nach habe ich so viel erfahren – und bin dankbar für das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde.“ Besonders ein Moment blieb ihr unauslöschlich im Gedächtnis: Bei einem Beerdigungsgespräch berichtete ein Mann, dass er als Kind seine kleine verhungerte Schwester in einem sibirischen Wald begraben musste. „Da wusste ich: Diese Geschichten müssen erzählt werden – damit sie nicht vergessen werden.“

Das Buch selbst ist wie ein dichter, poetischer Teppich aus Lebensgeschichten. Im Mittelpunkt stehen Nanusch, eine junge Frau, und Babulja, ihre Großmutter, die in einem Hochhaus am Waldrand einer deutschen Kleinstadt leben – gemeinsam mit anderen Spätaussiedlern aus Russland und Schwarzmeerdeutschen. Die Autorin beobachtet und beschreibt die kleinen Unterschiede zu den „Hiesigen“ mit feiner Präzision, ihre Dialoge im Dialekt lassen die Figuren lebendig werden.

Albina Baumann begleitete die Lesung mit kurzen Erzählungen und Hintergrundinformationen, die die Worte der Autorin noch greifbarer machten. Immer wieder konnte man die gespannte Stille spüren, durchzogen von leisen Atemzügen, Nachdenklichkeit und dem Mitgefühl der Zuhörenden. Viele Besucherinnen und Besucher berichteten nach dem Abend, dass sie nun einen neuen, positiven Blick auf die Deutschen aus Russland gewonnen hätten – ein Blick voller Respekt, Verständnis und Wertschätzung. Die Autorin brachte mit und empfahl auch eine Reihe von Büchern anderer, meist russlandeutscher Autoren, die wesentlich zum Verständnis der Geschichte der Deutschen aus Russland beitragen.
 

Bei Gebäck und Getränken klang der Abend aus. Die Gäste tauschten sich über ihre Eindrücke aus, erzählten von berührenden Momenten, von Geschichten, die sie tief bewegt hatten. Es war ein Abend, der nicht nur informiert, sondern vor allem das Herz berührt hat – ein Abend, der zeigte, wie wichtig es ist, Menschen und ihre Geschichten zu hören, zu teilen und zu bewahren. Der Erfolg der Veranstaltung ermutigt die Kooperationspartner auch im kommenden Jahr gemeinsame Veranstaltungen zu planen.

„Was für ein interessanter, berührender, fröhlicher Abend heute im Paul-Eber-Haus in Kitzingen. Birgit Mattausch las aus ihrem Buch "Bis wir Wald werden" und kam über einzelne Abschnitte mit Albina Baumann, Vorsitzende der Ortsgruppe WÜ-KT der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, ins Gespräch. Die Figuren aus dem Buch verwoben sich dadurch mit den Erinnerungen von Frau Baumann: von Bräuchen der Russlanddeutschen, von Zwangsarbeit unter Stalin, von der Kunst Feste zu feiern, von der Ankunft in Friedland, dem Grenzdurchgangslager, von Missverständnissen und Verwunderungen in den Anfangsjahren in Deutschland und von unerschütterlicher Resilienz.

Herzlichen Dank an Albina Baumann und Birgit Mattausch, die den Zuhörenden ein Stück deutsche Geschichte und persönliche Lebensgeschichte erschlossen haben! Und danke an die Mitwirkenden für Speis und Trank im Anschluss und an den Buchladen seite1 für den Büchertisch.“, so Dekanin Kerstin Baderschneider zu dem Abend.

Der Vorstand bedankt sich bei allen Aktiven sowie für die tatkräftige Unterstützung und beim Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, für die finanzielle Unterstützung der Veranstaltung über das BKDR.

Bericht: Albina Baumann

 

Herbstsynode
Bildrechte Dekanat Kitzingen
Im Rahmen der Herbstsynode des Dekanats wurden Pfarrerin Raffaela Meiser als Seniora des Pfarrkapitels, Frau Penka und Frau Schneller-Schneider als Dekanatsfrauenbeauftragte eingeführt und für ihre Aufgaben gesegnet.
Den thematischen Teil gestaltete Martin Becher, Leiter der "Fachstelle Demokratie und gesellschaftliches Miteinander" der bayerischen Landeskirche zum Thema "Empörung als Methode - populistischen Kommunikationsstrategien wirksam entgegentreten". In seinen interessanten Ausführungen regte uns der Referent immer wieder zum Austausch untereinander an: Wie gehen wir mit Menschen in unserem Umfeld um, die Verschwörungsnarrativen anhängen? Wie können wir Christ*innen zu einer demokratischen Gesprächskultur beitragen?
Unsere Landeskirche hat eindeutig für Demokratie, Menschenwürde und ein gedeihliches Miteinander Position bezogen. Hier ist die Stellungnahme nachzulesen: 
Singworkshop mit Francis Baffoe
Bildrechte Beate Krämer

Afrikanischer Singworkshop mit Francis Baffoe in Obernbreit

Nach dem beeindruckenden Chorwochenende und dem Konzert in Obernbreit gibt es erneut die Möglichkeit, afrikanische Lieder in einem Workshop zu erlernen.

Samstag, 17. Januar 2026, 14.00 – 17.00 Uhr Nikodemushaus, Kirchgasse 35, 97342 Obernbreit

Francis Baffoe, Musiker und Chorleiter des Akoo Show Choir aus Winneba/Ghana, liebt und lebt traditionellen afrikanischen Chorgesang. Mit viel Freude, Leidenschaft und Einfühlungsvermögen vermittelt er mehrstimmige Lieder aus verschiedenen Ländern Afrikas und macht so ein Stück afrikanischer Kultur hautnah erfahrbar.

Vorkenntnisse im Notenlesen sind nicht erforderlich – nur Freude am Singen!

Kosten pro Person 30€

Weitere Auskünfte erhalten Sie im Pfarramt Obernbreit Tel. 09332 / 8220

Friedensdekade
Bildrechte Kerstin Baderschneider

Seit dem russischen Krieg gegen die Ukraine hat sich die politische Lage dramatisch zugespitzt: Macht geht vor Recht; den Schwachen wird Gewalt angetan; Freund steht gegen Feind. Nur militärische Stärke und Aufrüstung scheinen Sicherheit zu schaffen.

Doch ein gerechter Friede lässt sich nicht militärisch schaffen und nachhaltig sichern. Und die großen Herausforderungen der Zukunft auch nicht: der Klimawandel, der Verlust an Artenvielfalt, die wachsende soziale Ungleichheit weltweit, aber auch bei uns. Wir brauchen zivile und kooperative und international verbindliche Lösungen!

Die evangelische Friedensethik gibt Orientierung in dieser kritischen Lage. Sie macht Mut, sich für den Frieden zu engagieren. Das Evang. Dekanat Kitzingen lädt im Rahmen der Friedensdekade zu einem Vortrag am Montag, den 10. November um 19 Uhr ins Paul-Eber-Haus in Kitzingen ein.

Was wir tun können, um den Frieden in Zeiten des Krieges zu stärken. Diese Frage beleuchtet unser Referent Dr. Jochen Cornelius Bundschuh, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden.

Requiem
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Requiem in C-Moll von Luigi Cherubini

in der Evangelischen Stadtkirche
am Sonntag, 16. November 2025 um 19:00 Uhr

Konzert für 2 OboenC-Dur / Tomaso Albinoni
Capriol Suite / Peter Warlock

mit der Paul Eber Kantorei und dem Orchester der Stadtkirche
unter der Leitung von Matin Blaufelder

Karten erhalten Sie im Vorverkauf im Evangelischen Pfarramt zu 18,00 Euro / 15,00 Euro erm.
oder an der Abendkasse zu 20,00 Euro / 17,00 Euro erm.

Herzliche Einladung zum Festgottesdienst am Reformationstag, 31.10.2025 um 19 Uhr in der ev. Stadtkirche Kitzingen.

Unser diesjähriger Gastprediger ist Altbischof und Vorsitzender des Zentralausschusses des Ökumenischen Rats der Kirchen Prof. Dr. Heinrich Bedford-Strohm.

Vor 500 Jahren erhoben sich Bauern und Stadtbürger gegen ihre geistlichen und weltlichen Obrigkeiten. Auch in unserer Gegend hat der sogenannte Bauernkrieg Spuren hinterlassen. Wie ist die "evangelische Freiheit", die Martin Luther in seiner Freiheitsschrift formulierte, zu verstehen? Wo liegen ihre Grenzen? Schauspieler der Häckerbühne Kitzingen gestalten den Gottesdienst mit einem Anspiel. Die liturgische Gestaltung liegt bei Dekanin Baderschneider, Mitgliedern des Dekanatsausschusses und den Schwestern der Communität Caseller Ring, die musikalische Gestaltung bei Kantor Blaufelder und dem Bezirksposaunenchor. Im Anschluss Beisammensein bei Snacks und Getränken.

 

Familienfreizeit
Bildrechte Sascha Wichert

Familienfreizeit in Ruhpolding 

Infos zur Freizeit:

Ort: Labenbachhof, Froschsee 7, 83324 Ruhpolding

Zeitraum: 01.01.2026 bis 06.01.2026

Leitung: Familie Vandecar und Familie Wichert

Die Familienarbeit des Dekanats Kitzingen lädt zu einer besonderen Winterfreizeit im Chiemgau ein. Ob Skifahren, Langlauf, Rodeln, Winterwanderungen oder gemütliche Abende mit Andacht und Programm – die Tage bieten ein abwechslungsreiches Angebot für Groß und Klein. Jede Familie kann ihren Aufenthalt nach eigenen Wünschen gestalten. Untergebracht sind wir im Labenbachhof mit gemütlichen Zimmern, Buffet, Sauna und Freizeitmöglichkeiten. Ein Vortreffen zum Kennenlernen ist vorgesehen.

Preise:

Erwachsene: 385 € / 1. Kind: 230 € / 2. Kind: 215 € / jedes weitere Kind: 200 €

Wir freuen uns, auf ihre Anmeldungen. Nähere Informationen und Anmeldung mit dem QR-Code auf dem Plakat ist das möglich. 

Diakon Sascha Wichert

Geschäftsführender Dekanatsjugendreferent

Demokratie und Menschenrechte
Bildrechte Arbeitskreis Gehwissen

Herzliche Einladung zur Demonstrationfür Demokratie und menschenrechte am 03.10.2025, 17.00 Uhr auf dem Marktplatz Kitzingen

Krisen, Krieg und Extremismus verunsichern unser Land. Alle Demokratinnen und Demokraten sind aufgerufen, sich gegen diese Entwicklungen zu stemmen und für Demokratie, Gemeinsinn und Menschenrechte einzustehen.

Sprecher*innen:

Gerald Möhrlein Arbeiterwohlfahrt

Albina Baumann, Landsmannschaft der Deutschen aus Russland Barbara Emrich und Barbara Clobes, Omas gegen Rechts

Dekanin Kerstin Baderschneider

Anna Rumberger, Arbeitskreis Gehwissen

Musikalische Begleitung: Richard Roblee.

Für den Arbeitskreis Gehwissen Hanjo von Wietersheim

Lesung
Bildrechte Kerstin Baderschneider

Die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland, das evangelische Dekanat Kitzingen und das EBW Frankenforum laden ein:

Musikalische Lesung „Bis wir Wald werden“

von Pfarrerin und Autorin Birgit Mattausch

am Samstag, 25.10.25 um 17 Uhr im Paul-Eber-Haus in Kitzingen.

Voller Wärme und Poesie erzählt Birgit Mattausch in ihrem Debütroman „Bis wir Wald werden“ von einem unzertrennlichen Familienband und einer ganz besonderen Hausgemeinschaft verschiedener Nationalitäten. Wir lernen dabei Menschen kennen, die uns „Hiesigen“ bisher immer noch ziemlich fremd waren: Russlanddeutsche. Hier bekommen sie Namen und Geschichten.

Martin Luther und der deutsche Bauernkrieg
Bildrechte Kerstin Baderschneider

Das evangelische Dekanat Kitzingen und das EBW Frankenforum laden herzlich ein zu einem Vortrag „Martin Luther und der deutsche Bauernkrieg“ am Montag, 20.10.2025 um 19 Uhr im Paul-Eber-Haus Kitzingen. Referent ist OStD. i.R. Dieter Brückner.

Im Frühjahr 1525, also vor fünfhundert Jahren, erreichte der so genannte deutsche Bauernkrieg seinen Höhepunkt. In weiten Teilen des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation hatten sich Bauern und Stadtbürger gegen ihre geistlichen und weltlichen Obrigkeiten erhoben.

Ausgehend von Ursachen und Verlauf dieses bis dato größten Aufbegehrens des „gemeinen Mannes“ stehen im Mittelpunkt des Vortrags die Haltung des Reformators Martin Luther zu dem Aufstand und zu den Aufständischen sowie die Frage, ob und ggf. welchen Zusammenhang es zwischen Luthers Reformation und „deutschem Bauernkrieg“ gab.